Uhr des Monats
Im monatlichen Wechsel möchten wir Ihnen auch im Jahr 2025 unterschiedliche Bifora-Uhren aus den privaten Sammlungen unserer Vereinsmitglieder vorstellen.
Februar
„Pfusch“ mit Charakter – Die Geschichte einer Unima-Marriage
ZusammenfassungManchmal erzählt eine Uhr nicht nur Industriegeschichte, sondern auch die ganz persönliche Geschichte des „Lehrgelds“. Unsere Uhr des Monats Februar ist eine klassische Marriage: Ein hochwertiges BIFORA-Unima-Werk in einem Gehäuse, das ursprünglich nie dafür vorgesehen war. Ein Stück, das zeigt, dass Wissen in einer Sammelleidenschaft oft erst durch Fehlkäufe wächst.
Hintergrund & StoryVor rund 20 Jahren auf einem Flohmarkt entdeckt: Eine BIFORA-Unima mit stolzen 18 Rubis. Die Enttäuschung folgte beim Öffnen – das Gehäuse war defekt, die Gewindegänge praktisch nicht mehr vorhanden. Ein klassischer Fehlkauf? Nicht ganz. Wochen später fand sich auf dem Stuttgarter Karlsplatz eine Schweizer „de Luxe“ Uhr, die zwar ein minderwertiges Stiftankerwerk enthielt, aber ein passendes Gehäuse im 12-Linien-Format bot.
Das Ergebnis ist die hier gezeigte Kombination. Experten erkennen die Marriage sofort: Das verbaute Bifora Kaliber 120 wurde bis ca. 1965 produziert, während das hier genutzte Tonneau-Gehäuse erst Ende der 60er Jahre in Mode kam. Trotz seiner unkonventionellen Hülle bleibt das Werk ein feinmechanisches Highlight, das seinerzeit dank engster Toleranzen und Trompetenzapfen die Chronometerprüfung bestand.
Technische Details- Kaliber: BIFORA 120 (Unima)
- Bauzeitraum Werk: ca. 1955 bis 1965
- Steine: 18 Rubis (Lagersteine)
- Schwingungen: 18.000 A/h
- Stoßsicherung: Incabloc
- Besonderheit: Zeitgenössische Marriage (Bifora-Werk in Schweizer Fremdgehäuse)
Januar
Ein glänzender Jahresauftakt – Die BIFORA Taschenuhr in 800er Silber
ZusammenfassungZum Start in das Jahr 2026 werfen wir einen Blick auf eine echte Besonderheit im BIFORA-Portfolio. Da sich die Manufaktur primär als Hersteller von Armbanduhren einen Namen machte, waren Taschen- oder Frackuhren eher ein exklusives Nebengeschäft. Unser aktuelles Sammlerstück besticht durch ein edles Gehäuse aus 800er Silber und klassische deutsche Handwerkskunst.
Hintergrund & StoryDas Gehäuse dieser Uhr erzählt seine eigene Geschichte: Es trägt die charakteristischen Stempel für deutsche Silberwaren – ein "B" im Kreis, flankiert von Halbmond und Reichskrone. Diese Punzen garantieren den Feingehalt des 800er Silbers und bieten Experten wertvolle Anhaltspunkte zur zeitlichen Eingrenzung.
Technisch gesehen handelt es sich bei diesem Modell um eine Lepiné. Im Gegensatz zur Savonnette, die einen Sprungdeckel besitzt, liegt das Zifferblatt bei der Lepiné-Bauweise frei. Das Uhrwerk mit einem Durchmesser von 18 Linien wurde vermutlich nicht im eigenen Haus, sondern als hochwertiges Rohwerk (Ebauché) zugekauft. Der modern anmutende Kronradaufzug lässt darauf schließen, dass die Uhr etwa in den 1950er-Jahren gefertigt wurde.
Technische Details- Typ: Lepiné (offene Bauweise ohne Sprungdeckel)
- Gehäuse: 800er Silber (gestempelt mit Halbmond und Reichskrone)
- Werkgröße: 18 Linien
- Aufzug: Moderner Kronradaufzug
- Zeitliche Einordnung: Vermutlich ca. 1950er-Jahre
- Besonderheit: Seltene Gehäusepunzierung, untypisches Segment für BIFORA