Uhr des Monats

Im monatlichen Wechsel möchten wir Ihnen auch im Jahr 2020 unterschiedliche Bifora-Uhren aus den privaten Sammlungen unserer Vereinsmitglieder vorstellen.

November 2020


So fängt es immer an

"So fängt es immer an" sang 1965 Alma Cogan in der Deutschen Hitparade.
Das Jahr 1965 und der Titel des Liedes führte mich zur Liebe für Uhren.
Mit der Dugena Safety von 1965 fing meine Bifora-Sammlung an. Damit sie nicht so allein blieb wurde sofort eine zweite erworben.
In dieser Dugena verbirgt sich ein Bifora 130 Kaliber.Die beiden Dugena sind komplett bei Bifora gefertigt worden.

Nach dem Öffnen der Uhr fällt dem Betrachter ein großes Uhrwerk, welches das ganze Gehäuse ausfüllt ins Auge. Die große Unruh könnte aus einer Taschenuhr entlehnt sein und sie ist das Geheimnis der guten Ganggenauigkeit dieses Kalibers. Das Gehäuse hat einen Durchmesser von 32 mm und das Uhrwerk Bifora 130 Kaliber hat 29 mm.
Wo hat man mehr Uhrwerk für sein Geld bekommen?
Das Bifora 130 ist ein 13-liniges Handaufzugkaliber mit 17 Steinen, einer Schwingung von 18000 A/h, Bifora-Stoßsicherung und 50h Gangreserve.


Oktober 2020


Praktisch aber schön!

Das war die Anforderung in den 50er Jahren.
Damenmode farbig mit weiten Röcken und Petticoat.
Die Einrichtung ob Polster oder Möbel alles bunt.

Geht das auch bei Schmuck und Uhren?
Mit dem Bifora Uhrwerk Kaliber 85 in einer Größe von 19,74 mm, konnten Damenuhren geschaffen werden, die sowohl die gute Ablesbarkeit sowie den modischen Schick zuließen.
Ich glaube, die Bilder überzeugen.


September 2020


Die Brot und Butter Uhr

Diese Brot und Butter Uhr mit dem Handaufzugkaliber B 91/1 (ab 1962) wurde auf einem Flohmarkt für ein paar Euro erworben, weil mir die Lünette mit dem Muster sehr gefallen hat. Sie ist noch nicht revidiert. Die maschinell bearbeitete Lünette gibt der vergoldeten Uhr etwas Besonderes und zwar ein schönes Gesicht. In der Uhr tickt ein millionenfach produziertes Handaufzugwerk. Ein 9 ¾ ''' Pfeilerwerk mit Schweizer Ankergang, 17 Steinen, modernen Kronradaufzug und der hauseigenen Bifora „Bi-Schock Stoßsicherung“.
Ihr Herz schlägt mit 18000 A/h.
Das Baujahr schätze ich auf 1970 bis 1975.


August 2020


Das verbesserte Automatik-Uhrwerk

1964 ist das verbesserte Automatik-Uhrwerk von der Firma Bifora Kaliber 910/1 mit 23 Jewels vorgestellt worden.

1964 war ich ein kleiner Junge und wohnte gegenüber einer FORD-Werkstatt in der mein älterer Bruder zur Lehre ging. Von der Küche aus konnte ich in die Werkstatt sehen und das aufheulen der 6 Zylindermotoren hören.
Die Bifora-Automatik und der Ford 20m waren etwas besonderes.
Die BIFORA war eine der günstigsten Automatic-Uhren und der Ford 20m hatte den günstigsten 6 Zylinder Motor. Beide Triebwerke waren bei guter Pflege sehr langlebig.

Wir sind im Jahr 1964!
Den günstigen Preis für die BIFORA machte die Pfeilerkonstruktion des Uhrwerkes, der einfache aber effektive automatische Aufzug und die Ableitung vom Handaufzugkaliber B 91/1 mit vielen Gleichteilen. Die heute vorgestellte Uhr habe ich auf dem Flohmarkt mit defekten Glas gefunden und zu neuen Leben erweckt. Sie hat ein Edelstahl-Gehäuse mit verschraubten Boden und ein Gummiarmband mit Kompass.

Technische Daten:
11 1/2 ''' , 18000A/h, 23Jewels, SCI (Sekunde indirekt), Kalender auf 6 Uhr, automatischer Aufzug in beide Richtungen. Bi-Shock Stoßsicherung.


Juli 2020


Andere Mütter haben auch schöne Töchter

Ich bin Uhrensammler und begeistertes Mitglied im Verein Bifora Freundeskreis.
Aber die Musik hat mich dazu geführt, das ich erkannt habe
„andere Mütter haben auch schöne Töchter“.

Die Brian May Red Special Automatic von Seiko zum Beispiel.
1964 wurde ich im Radio von dem Klang der E-Gitarre stark beeindruckt. Es wurde 'You really got me' von den Kinks gespielt und ich war 6 Jahre alt. Brian May war da schon weiter und baute zusammen mit seinem Vater seine eigene Gitarre die RED SPECIAL.
1974 (Ten years after) kaufte ich mir den abgebildeten Plattenspieler ( 2 x 20W und 670,-- DM) und es liegt die LP 'Live Magic' von Queen auf dem Teller. Im Hintergrund das Cover der LP mit Queen in Action.
Jimi Hendrix verbrannte seine Gitarren, Pete Townshend (The Who) machte Kleinholz daraus. Brian May spielte seine RED SPECIAL in jedem Konzert und auf jeder Queen-LP seit über 50 Jahren.
Diese (Selbstbau-) Gitarre prägte durch ihre besondere Konstruktion und der Spieltechnik von Brian May maßgeblich den Sound von Queen. Im Magazin Rolling Stone findet man Brian May und seine Red Special ständig unter den 50 besten Gitarristen.
Grund genug der RED SPECIAL auf einer Automatic-Uhr ein Denkmal zu setzen.
Seiko realisierte das, wie ich finde, ganz gut. Am Design gibt es nichts auszusetzen. Allein das Armband ist mehr für Leute die früher im Kohlebergbau tätig waren. Im Inneren tickt kein Selbstbau, sondern das Caliber 4R36 mit 12''', 24 Jewels ., 41h Gangreserve und 21600 A/h. Die Drehrichtung des Rotors wird seit Jahrzehnten bei Seiko durch das 'Magic Lever' gleich gerichtet, um das Prinzip deutlich zu machen habe ich ein altes Seiko Caliber in Szene gesetzt. It's a kind of magic (Queen). Der Magic Lever hält länger als so manche Winkelhebelfeder.

Die Seiko Red Special kommt in einer Box, welche einem Gitarrenkoffer nachempfunden ist, mit einer six pence Münze die Brian May als Plektrum nutzt und einem sehr langen Nato-Strap. Die Uhr ist fest verstiftet, also ohne Federstege und hat eine einseitig drehende Lünette. Preis 560€.
Ernst Hatarik


Juni 2020


Bifora-Kaliber 103/112 mit kleiner Sekunde

Ein ganz besonderes Geschenk.
Es handelt sich hier um ein ganz seltenes Bifora-Kaliber 103/112 mit kleiner Sekunde. Die Uhr ist jetzt im Original-Zustand restauriert. Das Zifferblatt wurde nur gereinigt und nicht erneuert. Das Gehäuse mit einem original Armband ist in einem guten Zustand. Das Werk war vollständig, wurde repariert, gereinigt und neu geölt. Der automatische Aufzug ist baugleich mit dem Kaliber 104/112 mit Zentral-Sekunde. Die Bauhöhe konnte so gegenüber dem ersten Automatikkaliber 103 SA deutlich reduziert werden. Das Werk hat noch die Super-Schock Stoßsicherung, aber schon eine Nivaflex-Feder für den Aufzug.

Gefertigt von 1951 bis 1956.
Nur kurze Zeit, da dann die große Sekunde verlangt wurde.

Für einen Bifora Uhrensammler eines der begehrtesten Objekte.


Mai 2020


BIFORA Automatic Kaliber 111 um 1953

Gehäuse aus 14K Gold
Uhrwerk rotvergoldet
Im April 2020 komplett revisioniert und auf 18001 Schwingungen pro Stunde einreguliert.
Bei 18000 Soll-Schwingungen sind das 5-10 Sekunden Vorgang am Tag in Ruhelage.
Es ist das Nachfolgewerk der 1. Automatic 103SA, hier aber mit Zentralsekunde und Zugfeder aus Edelstahl und Bifora-Stoßsicherung.


April 2020


Die Schwesternuhr, auch Pulsator genannt.

Da Krankenschwestern aus Hygienegründen keine Uhr am Handgelenk tragen sollten, wurde die Uhr an der Kleidung befestigt. Das Zifferblatt ist verkehrt herum, damit die Schwester von oben direkt die Zeit ablesen konnte.
Sie wurde Ende der 50er-Jahre produziert.

In dieser Uhr ist ein Bifora-Caliber 113 eingebaut. Dieses Caliber ist aufwendig konstruiert, mit großer Unruh, aber noch mit Wippenwechsler für die Zeiteinstellung. Up to date war damals schon der Kronradwechsler. Die Werkseite repräsentiert deutsche Ingenieurskunst der 50er: massiv, funktionell, keine Schnörkel, gerade und runde Linien, hier stört nichts, hier geht nichts kaputt. Sozusagen Bauhauskunst von Innen und nicht auf dem Zifferblatt.

Techn. Daten: 17J, 11 1/2 Linien, 18000A/h, Bi-Shock Stoßsicherung


März 2020


Bifora Automatic Bimag mit Kaliber 103.

Erste deutsche Automatic mit frei drehendem Rotor.
Die Uhr ist mit 95567 nummeriert und original. Es handelt sich hier um die zweite Version mit einem Wippenwechsler mit 22 Juwels für die Drehrichtung des Rotors. Die erste Version 1951 hatte einen Hebelwechsler. Sie ist nach 1952 bis 1962 produziert worden.
Die Uhr wurde im Mai 2014 zerlegt, gereinigt, geölt und wieder remontiert. Sie hat noch die alte gebläute Stahlfeder im Federhaus und eine Supershock Stoßsicherung.

Die Uhr geht am Arm in 3 Tagen 20s nach und läuft nach dem Ablegen noch ca 30 Stunden.


Februar 2020


Bifora UNIMA mit Caliber 120

Bifora UNIMA mit Caliber 120 und Schwanenhals-Feinregulierung.
Gefunden auf dem Flohmarkt in Stuttgart auf dem Karlsplatz.
Gereinigt und neu geölt (in 2016), alle Teile sind noch original, deshalb hat sie Spuren des Lebens.
Sehr hochwertiges und vergoldetes Uhrwerk mit Trompetenzapfen.
Vergoldetes Gehäuse mit Lederarmband.
Vom Design her ist die Uhr von Anfang/Mitte der Sechziger Jahre.