Uhr des Monats

Im monatlichen Wechsel möchten wir Ihnen auch im Jahr 2022 unterschiedliche Bifora-Uhren aus den privaten Sammlungen unserer Vereinsmitglieder vorstellen.

August


Kran von Schifferstadt

Zur Uhr des Monats August präsentieren wir euch den "Kran von Schifferstadt".
1972 war der Kran von Schifferstadt Wilfried Dietrich bereits 39 Jahre alt und hatte im Ringen schon alles gewonnen. Er hatte seinen Zenit bereits überschritten. Es reichte 1972 nicht mehr zu einer Medaille, aber das Bild des Schultersieges gegen den 182 kg schweren Gegner Chris Taylor ging um die Welt und zeigt, daß er den Beinamen "Kran von Schifferstadt" zu Recht trug. In der letzten Collage ist der Moment zu sehen wie Wilfried Dietrich seinen Gegner im griechisch-römischen Stil spektakulär auf die beiden Schulterblätter wirft.
Diesen spektakulären Vorgang kann man über den YouTube-Link betrachten.
Wir präsentieren dazu die BIFORA Olympia mit Kalender und Tachymeter. Der Tachymeter zeigte die Durchschnittsgeschwindigkeit nach einem gefahrenen Kilometer an. In der Olympiauhr tickt das robuste Caliber 115.

Juli


Olympiauhr 1972

Für die Uhr des Monats Juli gehen wir 50 Jahre zurück, denn 1972 fanden in München die Olympischen Spiele statt. Da es mir um den Sport und natürlich um die Uhr geht, werde ich die tragischen Ereignisse dieser Spiele ausblenden, aber die Namen der getöteten israelischen Olympiasportler sollen nicht vergessen werden:
David Berger, Zeev Frieman, Yossef Gutfreund, Eliezer Halfin, Yossef Romano, Amitzur Shapira, Kehat Shorr, Mark Slavin, Andrei Spitzer, Yakov Springer und Moshe Weinberg.

BIFORA hatte schon mehrfach versucht die Lizenz für eine Olympiauhr zu bekommen und 1972 hat es geklappt. Viele andere Uhrenhersteller hatten Olympiauhren werbewirksam in ihrem Programm, aber nur BIFORA hatte für die Olympischen Spiele 1972 die 5 Olympischen Ringe auf dem Zifferblatt.

Das Werbeplakat dafür wurde von dem Schwäbisch Gmünder Künstler Hans Kloss geschaffen.

Die abgebildete BIFORA 115 OLYMPIA ist kein Dachboden- oder Flohmarktfund und sie ist auch nicht revidiert sondern in dem Zustand wie ich sie eines Tages in meinem Briefkasten als Geschenk aus Schwäbisch Gmünd vorfand. Im Innern des vergoldeten Gehäuse tickt das Caliber B115 ohne Kalendarium. Ich habe die Uhr auf den von Otl Aicher (HfG Ulm) geschaffenen Olympiaplakaten abgelichtet. Das war der Stil der bunten frühen Siebziger. Das Armband an der Uhr ist stilistisch mit den kleiner werdenden Löchern ein typisches Kind seiner Zeit. Zum Schluss für unsere Sportfreunde noch eine kleine Vorschau: Im August kommt der Kran von Schifferstadt.

Juni


BIFORA-Caliber 1160/1 mit DAY-DATE

Im Monat Juni gehen wir in der Evolutionsstufe des Caliber B 116 (Monat Mai) zwei Stufen weiter und präsentieren das BIFORA-Caliber 1160/1 mit DAY-DATE. Hier wird die Sache mit den Federn in dem Kalendarium doch ein wenig diffizil. Die Wochentagscheibe ist nur mit viel gutem Zureden zum Schalten zu bringen. Die Kalendermechanik war wohl ein Schnellschuss. Meine Bilder übrigens auch. Das Monatsdatum lässt sich aber sehr elegant durch drücken auf die Krone um einen Tag weiterbewegen. Dafür braucht die Krone etwas Luft und die Aufzugwelle sollte entsprechend lang sein. Die vorgestellte Uhr wurde 2014 erstanden, demontiert, gereinigt und wieder montiert. Das Gehäuse ist aus Edelstahl und der Boden verschraubt, was in den 70er schon ein Hauch von Exklusivität ausstrahlte. Diese BIFORA Automatic ist ein typisches Kind der Zeit ca. 1974.

Mai


BIFORA Automatic

Die Uhr des Monats Mai ist diesmal wieder eine BIFORA Automatic, aber inspiriert von drei Herren:

  • a. Ralf Hütter (Kraftwerk) als Fotomodell gab die Designidee.
  • b. Brian May (Queen) mit seiner selbst gebauten Gitarre weckte den Impuls selbst etwas zu montieren.
  • c. Götz Schweitzer lieferte wesentliche Teile um es in die Tat umsetzen zu können.

Mit der Post kam ein weises Armband, ein rotes Zifferblatt, ein Satz weise Zeiger und ein Gehäuse. Das alles sollte für das Bifora-Caliber 116 / 1160 / 1160-1 passen. Das Werk hat 24 Steine, 11 ½ Linien im Durchmesser und eine Schlagzahl von 21600 A/h. Bei mir hatten sich mittlerweile etliche 1160-Werke in der Reparaturkiste angesammelt. Ein B 1160 war schnell revidiert und dann gab es eine kleine Überraschung. Die Füßchen des Zifferblattes passten nicht auf das revidierte Werk. Zu meinem Glück hat jemand hinten auf das Zifferblatt ‘116‘ notiert. In der Wühlkiste habe ich dann eine übel aussehende Platine mit B 116 gefunden und siehe da die Füßchen passen. Die Lagersteine waren in Ordnung und augenscheinlich nichts verzogen. Mit Caramba und Zahnbürste erstmal den gröbsten Dreck beseitigt, dann mit Ultraschall, Uhrenreiniger und Glasfaserpinsel die Platine wieder in einen guten optischen Zustand gebracht. Da ich die Lagerzapfen nicht polieren kann, wurde alles trocken zusammen gebaut und eine Nacht laufengelassen, danach wurde das Werk wieder demontiert gereinigt und dann die Lagerzapfen beim Einbau geölt. Beim Einschalen des Werkes in das Gehäuse kam die nächste Überraschung, passt nicht. Das Caliber B 116 ist zu flach, logisch keine Kalendermechanik, das Geh- und das Aufzugswerk sind in einer Ebene und das Zifferblatt fällt von der Mitte zur Außenkante ab und so geht die Aufzugswelle nicht hinein. Ein anderes Gehäuse musste her. Zum Schluss kommt der Rotor auf das Werk. Auf den Rotoren ist der Name BIFORA nicht eingraviert sondern aufgedruckt. Der Schriftzug verschwindet im Uhrenreiniger, deshalb wurde der Rotor nur mit Caramba, Putzholz und Glasfaserpinsel vorsichtig gereinigt. Da der Rotor Schleifgeräusche am Werk produzierte wurde die Bronzebuchse etwas herausgedrückt. Um die Besonderheit des Caliber B 116 zu zeigen habe ich die Brücke des Aufzugwerk nochmal demontiert, damit der mechanische Gleichrichter mit seinem Untersetzungsgetriebe und Klinkenrädern zu sehen ist. Die drei Sperrklinken müssen ganz leicht laufen! Bei den meisten Automatic-Konstruktionen ist das Aufzugwerk eine Etage höher auf das Gehwerk und die Aufzugbrücke geschraubt. Das ergibt allerdings oft nicht die gewünschte niedrige Bauhöhe. 30 Minuten auf dem Uhrenbeweger mit 30U/min ergibt ca 34h Gangreserve. Nun ist mein Eigenbau fertig und passt zur Red Special und vielen Dank an die drei Herren die mich dazu inspiriert haben.

April


Red Special

Vor zwei Jahren habe ich eine Seiko, als Hommage an die von Brian May zusammen mit seinem Vater gebaute Gitarre ‘Red Special‘, zur Uhr des Monats gekürt. Jetzt gibt es die ‘Red Special‘ vergoldet wieder im symbolisierten Gitarrenkoffer zu kaufen.
Bis ca 1980 hat diese Gitarre alle Klangeffekte von Queen erzeugt und im Studio wie auch Live über 50 Jahre (Bj 63) ihren Dienst verrichtet, in Zahlen: über 700 Konzerte in 16 Jahren. Präsentiert wird die ‘Red Special‘ zusammen mit ihrer älteren Schwester auf dem Plattenteller meiner Stereoanlage und es liegt die LP Live Magic auf, weil in der Seiko der magic lever arbeitet . Das ist eines der besten Aufzugsysteme für automatische Armbanduhren.
Auf den Bildern ist aber noch eine Uhr mit weisem Armband zu sehen, was es damit auf sich hat erfahrt ihr im nächsten Monat. Am Sonntag den 3.April 2022 bringe ich die Brian May ‘Red Special‘ Uhren und die Uhr des Monats Mai als Collage mit in das geöffnete Museum.

Mehr über die Brian May Seiko erfährt man hier:
Seiko 5 Sports Brian May Limited Edition | Seiko Watch Corporation (seikowatches.com)

März


Warten auf den Frühling

Anfang März sieht es von der Blumenpracht aus gesehen noch recht trostlos im Garten aus und genau da ist das Bild mit der BIFORA Automatic entstanden.
Ich wache eines Morgens auf, vollende das 64. Lebensjahr und finde dieses Körbchen auf dem Tisch. Da gerade die Uhr des Monats dran ist, nehme ich dieses Arrangement als Vorlage dankbar an.

Wir sehen eine BIFORA Automatic mit 24 Jewels ohne Kalender mehr steht auf dem Zifferblatt nicht drauf, diese Information sagt uns, daß ein Caliber 116 oder 1160 darin arbeitet. Gehwerk und Aufzugwerk arbeiten bei 11 ½ Linien, auf einer Ebene. Das Gehäuse ist aus Stainless Steel, was vor 50 Jahren noch keine Selbstverständlichkeit war, denn vergolden oder verchromen war billiger. Die Uhr wurde Anfang der 70er produziert.

Zum Schluss habe ich noch ein Bild mit allen Einzelteilen: 1. Reihe von oben ist das Gehwerk, die zweite Reihe zeigt das automatische Aufzugswerk, die dritte Reihe zeigt den Energiespeicher mit Handaufzug und die vierte Reihe zeigt das Kalendarium mit Zeigerverstellung. Die Feder für den Sperrkegel am Kalender ist nach 50 Jahren zu schwach und sollte durch eine stärkere Feder ersetzt werden, sonst haut der Kalender beim Schaltpunkt zu weit durch.

Februar


Karneval

In diesem Monat würden wir dieses Jahr Karneval feiern, deshalb habe ich mich für dieses Thema entschieden.
Mein Model passt eher zum Karneval in Venedig und ich habe dem Model eine kleine Damen-Taschenuhr ( ø2,5cm ) von BIFORA umgehängt. Wie der Kommissario Brunetti bin ich auch nicht der große Karnevalist und werde mich auf die Präsentation der Uhr beschränken. Das Glas Chianti dürfen sie sich dazu denken.
Das Herz unserer Februar-Uhr ist ein Caliber B 69/1 welches ab 1968 produziert wurde. Die Schlagzahl beträgt 21600A/h und das Werk hat 6 ¾ x 8 Linien (15,3x18,2mm). Es handelt sich also um ein Formwerk. Die Gangreserve beträgt ca 40h. Bei Bifora selbstverständlich ist die Ankerhemmung, ferner finden wir 17 Steine und Bi-shock Stoßsicherung.
Eine schöne 2 Zeiger Uhr im vergoldeten Gehäuse mit römischen Ziffern und lila Zifferblatt, dies lässt auf die frühen bunten 70er als Entstehungszeit schließen.

Januar


Easy Rider

Easy Rider ist das Motto für die Uhr des Monats Januar. 1968 da war ich noch ein kleiner Junge mit gewissen Träumen. 1968 wurde die Honda CB750 four auf den Markt gebracht mit doppelt so viel PS wie ein VW Käfer und für kleine Jungs gab es das Bonanza- Fahrrad, passend dazu hatte DUGENA die Uhrenreihe Jongster hier mit dem damals üblichen geilen breiten Armband. Das waren die Hebel (Träume) mit denen ein kleiner Junge die Welt aus den Angeln heben wollte. Wie das Leben aber so spielt bekam der kleine Junge das Fahrrad seines großen Bruders und der große Bruder eine Zündapp KS 50 Sport und aus den Radio spielte Steppenwolf ‚Born to be wild‘ . Der alte Wolf ist mittlerweile grau geworden und hat auf dem Flohmarkt diese Uhr sofort gekauft. Beim Öffnen strahlte ihm ein vergoldetes Bifora 91/1 entgegen, hier als Dugena 2003 bezeichnet, unter der Unruhe ist das original BIFORA Ebauché. Das B im Kreis.