Uhr des Monats

Im monatlichen Wechsel möchten wir Ihnen auch im Jahr 2021 unterschiedliche Bifora-Uhren aus den privaten Sammlungen unserer Vereinsmitglieder vorstellen.

September


Die Digitaluhr

Im Monat September präsentieren wir der BIFORA-Gemeinde eine Digitaluhr.
1969 mit der Mondlandung der NASA begann eine technische Revelution. Die Röhrengeräte verschwanden und wurden durch Transistoren ersetzt. Die Elektrogeräte wurden kleiner und das Design durch Aufkommen der formbaren farbenfrohen Kunststoffe (Plastik) immer futuristischer. Der Rechenschieber wurde durch den Taschenrechner ersetzt. Der Fotoapparat konnte das benötigte Licht nun direkt durch die Linse messen. Da konnte die Uhrenindustrie nicht zurückstehen und lancierte die Digitaluhr auf rein mechanischer Basis.
Die ersten Modelle gab es schon viel früher, aber die Mode forderte nun um 1970 massenhaft Digitaluhren. Diesem Trend hat sich auch Bifora nicht verschlossen. Da die Entwicklung der electronischen Uhren enorme Kapazitäten in der Forschung banden hat man sich die Digital-Automaticwerke bei PUW zugekauft.
In unserer Bifora-Digital-Uhr des Monats tickt ein Caliber PUW 1560D mit 11 ½ Linien, 25 Steinen und 21600A/h. Auf der Zifferblattseite habe ich die Stunden-Minuten- und Sekundenscheibe entfernt um die Mechanik, welche die Stundenscheibe eine Stunde lang hält, sichtbar zu machen. Die Caliberbezeichnung hat den Zusatz 1560D für die digitale Ausführung. Das hier gezeigte 1561D ist mit einem Kalender ausgestattet.
(PUW - Pforzheimer Uhren Werke).

August


Die grüne Bifora

Im Monat August möchte ich euch eine grüne Bifora vorstellen.
Grün nicht nur wegen des Antrieb mit erneuerbarer Energie durch den Träger, auch das Zifferblatt und Armband haben diese Farbe. Nach gefühlt ewig langer Flohmarktpause, haben nun auf Grund der guten Inzidenzwerte die ersten Flohmärkte wieder geöffnet. Die Uhr des Monats August habe ich auf meinem ersten Flohmarkt 2021 erstanden.
Wir haben hier eine Bifora Automatic mit Kalender (Monatstag) und 24 Steinen. Im Innern arbeitet ein Caliber B 1160 mit 11 ½ Linien* und 21600 A/h. Das Design mit den verdeckten Bandanstößen erlaubt nicht das einfache Öffnen der Uhr, deshalb zeige ich ein Werk B 1160 aus meiner Ersatzteilkiste.
Der Automatische Aufzug ist nicht obendrauf gesetzt, sonder sitzt mit den Gehwerk auf einer Ebene in der Grundplatine, bei nur 11 ½ Linien Durchmesser. Das Bild zeigt den Rotor auf der rechten Seite. Die Unruhe ist unten zu sehen. Darüber in der Mitte links ist das Gehwerk und darüber (oben) ist der automatische Aufzug zusehen, mit einem Rubin ganz am Rand, zwischen den Befestigungsschrauben der Aufzugsbrücke. Das Caliber B 1160 zieht nach beiden Seiten auf. Gut zu sehen ist das erste Reduktionsrad auf 11Uhr nahe am Zentrum. Der automatische Aufzug ist ein mechanischer Gleichrichter der die Rotordrehung (links/rechts) in eine Richtung gleich richtet und damit die Uhrfeder aufzieht. Die Uhrfeder kann nur in eine Richtung aufgezogen werden. Diese Uhrfeder ist unsere gespeicherte Energie. (In der Quarzuhr ist es die Batterie).
Bei Vollaufzug muss sich der Rotor ca 400 mal um die eigene Achse drehen und dann läuft das Caliber B1160 ca 37 Stunden. Beim aufziehen muss der Rotor die Federkraft überwinden, das geht nur mit einem Untersetzungsgetriebe. Kleine Kraft bei langem Weg, so ist die Physik. Der Rotor fängt an sich zu drehen, wenn der Arm an dem die Uhr befestigt ist sich bewegt. Ein guter automatischer Aufzug geht tagsüber fast auf Vollaufzug und in der Nacht ohne Bewegung, wird langsam die Feder wieder entlastet. In den fünfziger Jahren wurde die nichtrostende, bruchsichere Nivaflexfeder entwickelt, mit dieser Aufzugfeder spielt Federbruch kaum noch eine Rolle.
*11 ½ Linien = 25,94mm

Juli


Überraschung im Juli.

Ich habe mir für den Monat Juli eine Überraschung ausgedacht. Für Juli gibt es die Uhrenkiste des Monats. Im März diesen Jahres war die Uhrenkiste noch leer und der Sammler lehnte, zufrieden mit sich und der Welt, im Lehnstuhl zurück. Unsere graue Eminenz im Bifora-Freundeskreis machte dieser Selbstzufriedenheit dann ein Ende. Per Email kam ein fast 50 Jahre altes Bifora-Werbeplakat ins Haus, darauf war eine Bifora Skin Diver mit einem Zifferblatt in Orange und weisem Armband zu sehen. Was anschließend aus der leeren Uhrenkiste geworden ist könnt ihr euch nun anschauen.
Vordere Reihe von links: BIFORA 115 im vergoldeten Gehäuse mit zweifarben Zifferblatt / BIFORA 115 Skin Diver (dafür haben zwei 115er ihre Einzelteile hergeben müssen) / BIFORA 115 Olympia ( diese Uhr fiel vom Himmel, sie wurde mir geschenkt ) / DUGENA Watertrip (Flohmarktfund leider kein Biforawerk hier arbeitet ein PUW1361).
Hintere Reihe von links: ZENO Watch-Basel mit ETA 2824 / ZENO-Watch-Basel WR300m mit ETA 2452 / SEIKO Monster mit 7S36 (ohne Handaufzug) / SEIKO 5 mit 4R36 .
Im laufe der Zeit werden sich hoffentlich noch orangene B 910 oder B 1160 hinzugesellen, dann wird halt eine neue größere Uhrenschachtel gekauft.
Als Werkbild habe ich mich für die ZENO WR300m entschieden möchte sie aber wegen des Neuzustandes nicht öffnen, daher kommt das Werkbild von einer BIFORA Skin Diver SE mit ETA 2451. Dieses Caliber ist bis auf den Kalender baugleich mit ETA 2452.

Juni


BIFORA im Juni.

Ich habe lange überlegt welche Uhr ich nach dem Thema Ralf Hütter und seiner Band Kraftwerk als nächstes bringen werde. Das Thema war abgeschlossen. Nun sind die Musiker der Gruppe Kraftwerk im Wonnemonat Mai in die Hall of Fame des Rock and Roll aufgenommen worden. Für uns Grund genug eine weitere Uhr zu diesem Thema vorzustellen. Schauen wir nun in das Jahr 1977. Die Band Kraftwerk findet ihren Stil und bringt die LP Trans Europa Express auf den Markt. Auf dem Cover sind die vier Herren im Stil der frühen 30er Jahre photographiert (gesoftet) worden und dafür gibt es bei uns die passende Uhr. Eine schöne 'Art Deco Uhr' mit der damals üblichen kleinen Sekunde und einem 83/4 x 12 linigen Formwerk Caliber 812 welches genau in das Art Deco Gehäuse passt. Da kein Bifora-Schriftzug auf dem Werk zu sehen ist, stammt das Werk wohl aus einer frühen Fertigung. Die Unruh schwingt mit 18000 Amplituden die Stunde (A/h). Eine Stoßsicherng war in den 30er noch kein Standard und unser Werk hat auch keine Stoßsicherng und keine Edelstahlfeder, dafür Ankerhemmung und 15 Steine. Das war in dieser Zeit schon etwas besonderes. Etwas besonderes ist auch der stilisierte TEE auf dem Cover. Ein VT 11.5 der DB mit nur 1. Klasse und zwei Triebköpfen mit dieselhydraulischem Antrieb.

Mai


Wonnemonat Mai

Im Wonnemonat Mai möchte ich zu dem Thema Kraftwerk und Bifora Uhren noch mehr erzählen.
Mit der Musik von Kraftwerk bin ich so ca 1974 in Berührung gekommen, dem Erscheinungsjahr der LP Autobahn und genau diese wurde in der Disco vorgestellt. Die Musikgruppen der 60er wie Rolling Stones, Beatles, Kinks, Status Quo, The Lords, Creedence Clearwater Revival oder Fleetwood Mac hatten eines gemeinsam und das waren 2 Gitarren, Gesang, Bass und Schlagzeug. Danach wurde es Hard and Heavy, es traten Bands wie Deep Purple, Emmerson, Lake and Palmer, Uriah Heep, Birth Control oder Frumpy ins Rampenlicht wo die Hammond-Orgel (Synthesizer) einen neuen Sound in meine kleine Welt der Musik brachte und eben auch Kraftwerk mit einem deutschen Namen und elektronischer Musik (Vocoder).
Die Musiker von Kraftwerk haben die elektronische Rock- und Popmusik weiter entwickelt und später ihr eigenes Design gefunden. Der Erfolg krönt ihren Weg. Wie würde heute eine Armbanduhr im Kraftwerk-Design aussehen? Darüber läßt sich nur spekulieren.
Zurück zu dem Wonnemonat Mai und den farbenfrohen 70er in dieser tristen Coronazeit.
Wir präsentieren eine Bifora Olympia 115 ungeöffnet in absolut neuwertigen Zustand und Edelstahlgehäuse aus dem Jahr 1972. Das weinrote Zifferblatt mit den 'Olympischen Ringen' ist eine Augenweide. Die 'Olympischen Ringe' sind nur auf ganz wenigen Armbanduhren auf dem Zifferblatt zu sehen und Bifora hatte für 1972 wohl die alleinigen Rechte. Unser weinrotes Olympia Modell ist schon auf dem Plakat mit Ralf Hütter im Monat April zu sehen. Da unsere Uhr des Monats ungeöffnet bleiben soll zeigen wir euch das Werk Caliber 115 in einer der letzten Evolutionsstufen und Gelbvergoldung. Hier fehlt nur die Perlierung. So kann man noch einige Exemplare in unserem Museumsshop erwerben.

April


Drei Uhren

Für den Monat April stelle ich diesmal drei Uhren vor. Ein guter Kollege aus dem Bifora-Freundeskreis fragte vor ein paar Wochen ganz unverfänglich, ob ich die Gruppe Kraftwerk kenne und als nächstes wurde mir ein fünfzig Jahre altes Bifora- Werbeplakat präsentiert. Die Zeit um 1970 in der ich als Teenager Bravo-Starschnitte sammelte, lief wieder vor meinem geistigen Auge ab. So sahen meine Musik-Hero's in den frühen 70er aus. Die orangefarbene Bifora 115 mit weißem Armband am Handgelenk des Popstars stach mir sofort ins Auge und nach einem Blick auf meine Bifora-Sammlung musste ich feststellen, so etwas fehlt dir noch. Die Schlagzahl der inneren Unruhe erhöhte sich um das Doppelte. Mein geschätzter Bifora-Kollege bot mir an, aus seinem Fundus ein Werk B 115, ein orangenes Zifferblatt 115 und ein originales Skin-Diver Uhrengehäuse zum Zusammenbau per Post zu schicken. In meiner Ersatzteilkiste fand ich auch ein orangenes 115er-Zifferblatt und kurzer Hand wurden eine Skin-Diver und eine 115 mit weißen Zeigern geopfert um die orangene Bifora von Ralf Hütter (der Herr auf dem Plakat) mit original Teilen nach zu bauen. Dazu wurden bei Ebay weisse Armbänder aus den 70er geordert. Zum Schluss wurde mir noch eine orangene B 115 Olympia mit weisem Armband geschenkt. Diese drei Uhren möchte ich euch zusammen mit Ralf Hütter auf dem Plakat vorstellen. Nächsten Monat möchte ich dann näher auf die Musik von Kraftwerk eingehen und eine andere B115-Kollektion präsentieren. Zu guter letzt ist das Werk in der aus original Teilen zusammengebaute Uhr zu sehen. Es ist ein B 115 Caliber d er frühen Serie und kein B 115/1 hier wurden die Anker- und Wechselradbrücke geändert.

März


Zwei neue alte Uhren

Wir stellen heute 2 Uhren vor, deren Design von der guten alten Flimmerkiste abgenommen ist. Der Fernseher stand in fast jedem Wohnzimmer, es gab nur 3 Programme und Samstags gab es sogar eine Sendung auf die die ganze Familie gewartet hat: Ein Herz und eine Seele. Für einen Farbfernseher waren über 2000 DM zu entrichten bei ca 6-7 DM Stundenlohn. 
Unsere Bifora TV-Uhren sind in den frühen siebziger Jahren produziert worden, da war diese Mode in. Auf der kleinen 2 Zeiger Damenuhr steht hinten noch der Preis von 86 DM auf dem Boden. Sie hat ein verchromtes Gehäuse und im innern schlägt das bewährte 9 3/4 ''' Caliber B 91 mit Bi-Shock Stoßsicherung, schweizer Ankergang, 17 Rubinen 44h Gangreserve und 18000 A/h. Da wir hier nur mit Zwei Zeigern die Zeit anzeigen ist es die Ausführung mit kleiner Sekunde die hier nicht genutzt wird. Dieses Caliber gibt es auch mit Zentralsekunde ein solches Werk habe ich als Werkansicht fotographiert um die Uhr nicht öffnen zu müssen.
Bei der Herrenuhr brauchen wir nicht rätseln, denn es steht drauf was drin ist, ein 11 1/2''' Caliber B 115 mit Kalender, 17 Rubinen, 45h Gangreserve, Rufa-Antishock-Stoßsicherung und 18000A/h. Die beiden geben ein schönes Pärchen ab.

Februar


Liebe Bifora-Freunde !

Für den Monat Februar habe ich eine Uhr gewählt die uns nach der langen Pandemie wieder Mut zusprechen soll. In den Aufbaujahren der 50er Jahre kam wohl diese Designuhr auf den Markt. Ein Leuchtpunkt in der Mahagoniwelt der 50er. Das knallrote goldumrahmte Dreieck im Zifferblatt war in dieser Zeit sehr gewagt und seiner Zeit weit voraus. Etwas Neues wagen, nicht immer in den alten eingefahrenen Spurrillen weiterlaufen. Wohlstand für alle hat auch in dieser Zeit der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhardt postuliert. Wir sehen an dieser Uhr Indizes die um 90° gedreht sind und der Uhr ein neues Gesicht geben, ein helles Zifferblatt, Armbandanstöße wie ausgebreitete Arme und goldene Zeiger in einem chronglänzenden Gehäuse. Zum Vergleich habe ich eine typische Armbanduhr der 50er mit schwarzem Zifferblatt etwas verschämt unter den schwarzen Handschuh gelegt. Es war wohl der frühe Versuch einer Designuhr, allerdings nicht mit einem billigem Stiftankerwerkwerk, sondern man hat hier ein Handaufzugcaliber B 104 verbaut mit Zentralsekunde, 17 Steinen, Bishock-Stoßsicherung, 10 ½ Linien im Durchmesser und 18000 A/h. Da dieses Caliber ende der 50er-Jahre durch das B 107 abgelöst wurde, läßt sich diese Augenweide von Uhr auf das Baujahr ca 1955-58 einschätzen. Typisch für die Uhrwerke der 50er ist der Deckstein für das Ankerrad, welcher eine bessere Ölversorgung der Welle gewährleisten soll. Der Boden ist ebenso typisch 50er, 2-teilig und mit einem Pressring verschraubt.
Euer Ernst Hatarik

Januar


Bifora Automatic, Caliber 104/112

Zum Jahresanfang habe ich mich für die Bifora Automatic, Caliber 104/112 als Uhr des Monats entschieden. Schuld daran war ein sonntäglicher Spaziergang durch das vorweihnachtliche Ulm. Der geneigte Uhrenliebhaber kommt dabei unweigerlich am Schaufenster von Uhren-Kölle vorbei. Mein Blick blieb bei einem Preisschild mit BIFORA 102.- sofort hängen. Die Augen versucht auf Teleblick zu stellen und sofort erkannt, dass es sich um eine Automatic handelt. Zustand ungetragen, wahrscheinlich sogar das original Armband. Wie gut das Sonntag war, denn wie sagt der Schwabe, lieber vor einer höheren Geldausgabe noch einmal drüber schlafen. Nach einer unruhigen Nacht hat es mir keine Ruhe gelassen und der Hesse in mir hat sich für die 'Schwäbische Uhr' aus Schwäbisch Gmünd entschieden. Die Uhr ist ungetragen mit original Preisschild von 102,- DM ( das war knapp ein Wochenlohn) und einem Verkaufsanhänger von ca 1955. Das durchschnittliche Monatseinkommen betrug im Jahr 1955 ca. 470 DM brutto.

Technische Daten:
Das hier gezeigte Caliber 104/112 hat ein modulares komplett abnehmbares Automatic-Getriebe welches mit dem Caliber 103/112 baugleich ist. Das Herz schlägt mit 18000 A/h. Die Gangreserve beträgt ca 32h. Das Werk besitzt 26 Steine und hat einen Durchmesser von 11 ½ Linien, als Stoßsicherung wird die hauseigene Bifora Bishock verwendet.


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