Uhr des Monats

Im monatlichen Wechsel möchten wir Ihnen auch im Jahr 2021 unterschiedliche Bifora-Uhren aus den privaten Sammlungen unserer Vereinsmitglieder vorstellen.

Juni


BIFORA im Juni.

Ich habe lange überlegt welche Uhr ich nach dem Thema Ralf Hütter und seiner Band Kraftwerk als nächstes bringen werde. Das Thema war abgeschlossen. Nun sind die Musiker der Gruppe Kraftwerk im Wonnemonat Mai in die Hall of Fame des Rock and Roll aufgenommen worden. Für uns Grund genug eine weitere Uhr zu diesem Thema vorzustellen. Schauen wir nun in das Jahr 1977. Die Band Kraftwerk findet ihren Stil und bringt die LP Trans Europa Express auf den Markt. Auf dem Cover sind die vier Herren im Stil der frühen 30er Jahre photographiert (gesoftet) worden und dafür gibt es bei uns die passende Uhr. Eine schöne 'Art Deco Uhr' mit der damals üblichen kleinen Sekunde und einem 83/4 x 12 linigen Formwerk Caliber 812 welches genau in das Art Deco Gehäuse passt. Da kein Bifora-Schriftzug auf dem Werk zu sehen ist, stammt das Werk wohl aus einer frühen Fertigung. Die Unruh schwingt mit 18000 Amplituden die Stunde (A/h). Eine Stoßsicherng war in den 30er noch kein Standard und unser Werk hat auch keine Stoßsicherng und keine Edelstahlfeder, dafür Ankerhemmung und 15 Steine. Das war in dieser Zeit schon etwas besonderes. Etwas besonderes ist auch der stilisierte TEE auf dem Cover. Ein VT 11.5 der DB mit nur 1. Klasse und zwei Triebköpfen mit dieselhydraulischem Antrieb.

Mai


Wonnemonat Mai

Im Wonnemonat Mai möchte ich zu dem Thema Kraftwerk und Bifora Uhren noch mehr erzählen.
Mit der Musik von Kraftwerk bin ich so ca 1974 in Berührung gekommen, dem Erscheinungsjahr der LP Autobahn und genau diese wurde in der Disco vorgestellt. Die Musikgruppen der 60er wie Rolling Stones, Beatles, Kinks, Status Quo, The Lords, Creedence Clearwater Revival oder Fleetwood Mac hatten eines gemeinsam und das waren 2 Gitarren, Gesang, Bass und Schlagzeug. Danach wurde es Hard and Heavy, es traten Bands wie Deep Purple, Emmerson, Lake and Palmer, Uriah Heep, Birth Control oder Frumpy ins Rampenlicht wo die Hammond-Orgel (Synthesizer) einen neuen Sound in meine kleine Welt der Musik brachte und eben auch Kraftwerk mit einem deutschen Namen und elektronischer Musik (Vocoder).
Die Musiker von Kraftwerk haben die elektronische Rock- und Popmusik weiter entwickelt und später ihr eigenes Design gefunden. Der Erfolg krönt ihren Weg. Wie würde heute eine Armbanduhr im Kraftwerk-Design aussehen? Darüber läßt sich nur spekulieren.
Zurück zu dem Wonnemonat Mai und den farbenfrohen 70er in dieser tristen Coronazeit.
Wir präsentieren eine Bifora Olympia 115 ungeöffnet in absolut neuwertigen Zustand und Edelstahlgehäuse aus dem Jahr 1972. Das weinrote Zifferblatt mit den 'Olympischen Ringen' ist eine Augenweide. Die 'Olympischen Ringe' sind nur auf ganz wenigen Armbanduhren auf dem Zifferblatt zu sehen und Bifora hatte für 1972 wohl die alleinigen Rechte. Unser weinrotes Olympia Modell ist schon auf dem Plakat mit Ralf Hütter im Monat April zu sehen. Da unsere Uhr des Monats ungeöffnet bleiben soll zeigen wir euch das Werk Caliber 115 in einer der letzten Evolutionsstufen und Gelbvergoldung. Hier fehlt nur die Perlierung. So kann man noch einige Exemplare in unserem Museumsshop erwerben.

April


Drei Uhren

Für den Monat April stelle ich diesmal drei Uhren vor. Ein guter Kollege aus dem Bifora-Freundeskreis fragte vor ein paar Wochen ganz unverfänglich, ob ich die Gruppe Kraftwerk kenne und als nächstes wurde mir ein fünfzig Jahre altes Bifora- Werbeplakat präsentiert. Die Zeit um 1970 in der ich als Teenager Bravo-Starschnitte sammelte, lief wieder vor meinem geistigen Auge ab. So sahen meine Musik-Hero's in den frühen 70er aus. Die orangefarbene Bifora 115 mit weißem Armband am Handgelenk des Popstars stach mir sofort ins Auge und nach einem Blick auf meine Bifora-Sammlung musste ich feststellen, so etwas fehlt dir noch. Die Schlagzahl der inneren Unruhe erhöhte sich um das Doppelte. Mein geschätzter Bifora-Kollege bot mir an, aus seinem Fundus ein Werk B 115, ein orangenes Zifferblatt 115 und ein originales Skin-Diver Uhrengehäuse zum Zusammenbau per Post zu schicken. In meiner Ersatzteilkiste fand ich auch ein orangenes 115er-Zifferblatt und kurzer Hand wurden eine Skin-Diver und eine 115 mit weißen Zeigern geopfert um die orangene Bifora von Ralf Hütter (der Herr auf dem Plakat) mit original Teilen nach zu bauen. Dazu wurden bei Ebay weisse Armbänder aus den 70er geordert. Zum Schluss wurde mir noch eine orangene B 115 Olympia mit weisem Armband geschenkt. Diese drei Uhren möchte ich euch zusammen mit Ralf Hütter auf dem Plakat vorstellen. Nächsten Monat möchte ich dann näher auf die Musik von Kraftwerk eingehen und eine andere B115-Kollektion präsentieren. Zu guter letzt ist das Werk in der aus original Teilen zusammengebaute Uhr zu sehen. Es ist ein B 115 Caliber d er frühen Serie und kein B 115/1 hier wurden die Anker- und Wechselradbrücke geändert.

März


Zwei neue alte Uhren

Wir stellen heute 2 Uhren vor, deren Design von der guten alten Flimmerkiste abgenommen ist. Der Fernseher stand in fast jedem Wohnzimmer, es gab nur 3 Programme und Samstags gab es sogar eine Sendung auf die die ganze Familie gewartet hat: Ein Herz und eine Seele. Für einen Farbfernseher waren über 2000 DM zu entrichten bei ca 6-7 DM Stundenlohn. 
Unsere Bifora TV-Uhren sind in den frühen siebziger Jahren produziert worden, da war diese Mode in. Auf der kleinen 2 Zeiger Damenuhr steht hinten noch der Preis von 86 DM auf dem Boden. Sie hat ein verchromtes Gehäuse und im innern schlägt das bewährte 9 3/4 ''' Caliber B 91 mit Bi-Shock Stoßsicherung, schweizer Ankergang, 17 Rubinen 44h Gangreserve und 18000 A/h. Da wir hier nur mit Zwei Zeigern die Zeit anzeigen ist es die Ausführung mit kleiner Sekunde die hier nicht genutzt wird. Dieses Caliber gibt es auch mit Zentralsekunde ein solches Werk habe ich als Werkansicht fotographiert um die Uhr nicht öffnen zu müssen.
Bei der Herrenuhr brauchen wir nicht rätseln, denn es steht drauf was drin ist, ein 11 1/2''' Caliber B 115 mit Kalender, 17 Rubinen, 45h Gangreserve, Rufa-Antishock-Stoßsicherung und 18000A/h. Die beiden geben ein schönes Pärchen ab.

Februar


Liebe Bifora-Freunde !

Für den Monat Februar habe ich eine Uhr gewählt die uns nach der langen Pandemie wieder Mut zusprechen soll. In den Aufbaujahren der 50er Jahre kam wohl diese Designuhr auf den Markt. Ein Leuchtpunkt in der Mahagoniwelt der 50er. Das knallrote goldumrahmte Dreieck im Zifferblatt war in dieser Zeit sehr gewagt und seiner Zeit weit voraus. Etwas Neues wagen, nicht immer in den alten eingefahrenen Spurrillen weiterlaufen. Wohlstand für alle hat auch in dieser Zeit der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhardt postuliert. Wir sehen an dieser Uhr Indizes die um 90° gedreht sind und der Uhr ein neues Gesicht geben, ein helles Zifferblatt, Armbandanstöße wie ausgebreitete Arme und goldene Zeiger in einem chronglänzenden Gehäuse. Zum Vergleich habe ich eine typische Armbanduhr der 50er mit schwarzem Zifferblatt etwas verschämt unter den schwarzen Handschuh gelegt. Es war wohl der frühe Versuch einer Designuhr, allerdings nicht mit einem billigem Stiftankerwerkwerk, sondern man hat hier ein Handaufzugcaliber B 104 verbaut mit Zentralsekunde, 17 Steinen, Bishock-Stoßsicherung, 10 ½ Linien im Durchmesser und 18000 A/h. Da dieses Caliber ende der 50er-Jahre durch das B 107 abgelöst wurde, läßt sich diese Augenweide von Uhr auf das Baujahr ca 1955-58 einschätzen. Typisch für die Uhrwerke der 50er ist der Deckstein für das Ankerrad, welcher eine bessere Ölversorgung der Welle gewährleisten soll. Der Boden ist ebenso typisch 50er, 2-teilig und mit einem Pressring verschraubt.
Euer Ernst Hatarik

Januar


Bifora Automatic, Caliber 104/112

Zum Jahresanfang habe ich mich für die Bifora Automatic, Caliber 104/112 als Uhr des Monats entschieden. Schuld daran war ein sonntäglicher Spaziergang durch das vorweihnachtliche Ulm. Der geneigte Uhrenliebhaber kommt dabei unweigerlich am Schaufenster von Uhren-Kölle vorbei. Mein Blick blieb bei einem Preisschild mit BIFORA 102.- sofort hängen. Die Augen versucht auf Teleblick zu stellen und sofort erkannt, dass es sich um eine Automatic handelt. Zustand ungetragen, wahrscheinlich sogar das original Armband. Wie gut das Sonntag war, denn wie sagt der Schwabe, lieber vor einer höheren Geldausgabe noch einmal drüber schlafen. Nach einer unruhigen Nacht hat es mir keine Ruhe gelassen und der Hesse in mir hat sich für die 'Schwäbische Uhr' aus Schwäbisch Gmünd entschieden. Die Uhr ist ungetragen mit original Preisschild von 102,- DM ( das war knapp ein Wochenlohn) und einem Verkaufsanhänger von ca 1955. Das durchschnittliche Monatseinkommen betrug im Jahr 1955 ca. 470 DM brutto.

Technische Daten:
Das hier gezeigte Caliber 104/112 hat ein modulares komplett abnehmbares Automatic-Getriebe welches mit dem Caliber 103/112 baugleich ist. Das Herz schlägt mit 18000 A/h. Die Gangreserve beträgt ca 32h. Das Werk besitzt 26 Steine und hat einen Durchmesser von 11 ½ Linien, als Stoßsicherung wird die hauseigene Bifora Bishock verwendet.


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